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Berufskrankheiten weiter auf dem Vormarsch

Der gesetzlichen Unfallversicherung wurden 2011 wieder mehr Verdachtsfälle auf eine Berufskrankheit gemeldet und bestätigt. Die Statistik zeigt auch, dass eine bestimmte Erkrankung besonders häufig vorkommt. Da es sich vielfach um Hauterkrankungen handelt, nahm die Quote der Anerkennungen ab.

Bei 34.573 Beschäftigten (plus 10,7 Prozent) haben die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen 2011 eine Berufskrankheit bestätigt. Dabei handelte es sich wiederum in der Mehrzahl der Fälle um Hauterkrankungen, kommentiert Dr. Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) die Geschäftsergebnisse des Vorjahres.

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Anerkennungsquote gesunken

Diese Erkrankungen werden vornehmlich mit Mitteln der Rehabilitation behandelt. Für die Statistik gelten Hautkrankheiten erst dann als anerkannte Berufskrankheit, wenn sie der Grund für die Aufgabe eines Berufes sind. Bei 15.262 (2010: 15.461) Personen wurde die Berufskrankheit anerkannt – damit sank die Anerkennungsquote auf 21,3 (2010: 22,4) Prozent.

5.407 Versicherte und damit gut elf Prozent weniger Versicherte erhielten 2011 erstmalig eine Rente wegen Berufskrankheit von der gesetzlichen Unfallversicherung, da ihre Erkrankung zu bleibenden Gesundheitsschäden geführt hatte. 2.548 Menschen (plus 2,5 Prozent) starben 2011 infolge einer Berufskrankheit. Die meisten dieser Erkrankungen waren durch anorganische Stäube ausgelöst, insbesondere Asbest, wird mitgeteilt.

Rente wegen Berufskrankheit

Wird festgestellt, dass eine Berufskrankheit vorliegt und besteht für den Betroffenen Schutz in der gesetzlichen Unfallversicherung, erhält er vom Unfallversicherungs-Träger Leistungen für die medizinische Versorgung bis hin zur beruflichen Reintegration.

Hat die Berufskrankheit eine körperliche Beeinträchtigung zur Folge, welche die Erwerbsfähigkeit um mindestens 20 Prozent mindert, erhalten die Betroffenen je nach Grad der Erwerbsminderung eine Voll- oder Teilrente.

Bei 100 Prozent Erwerbsunfähigkeit beträgt die Vollrente jedoch maximal zwei Drittel des Jahresverdienstes. Beispiel: Bei einem Jahresarbeitsverdienst von 36.000 Euro würde die Vollrente bei einer 100-prozentigen Erwerbsminderung zwei Drittel betragen, also 24.000 Euro jährlich beziehungsweise 2.000 Euro im Monat.

Bei einer teilweisen Minderung der Erwerbsfähigkeit richtet sich die Rente nach dem Grad der Erwerbsminderung. Beispiel: Bei einem Jahresverdienst von 36.000 Euro und einer Minderung der Erwerbsfähigkeit um 20 Prozent würde die Jahresrente 20 Prozent von zwei Dritteln des Jahresverdienstes betragen. Bei einem Jahresverdienst von 36.000 Euro wären dies 20 Prozent von 4.800 Euro im Jahr – also 400 Euro im Monat.

Begrenzte gesetzliche Absicherung

Wie die Daten der DGUV zeigen, gibt es einige Hürden, damit das Vorliegen einer Berufskrankheit im Einzelfall anerkannt wird. Und selbst wenn eine Anerkennung erfolgt, muss man mit Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. Die private Versicherungswirtschaft bietet zahlreiche Lösungen an, um sowohl einen fehlenden gesetzlichen Versicherungsschutz als auch die eventuell durch Unfall oder Krankheit auftretenden Einkommenslücken abzusichern. Zu nennen sind hier eine private Unfall-, eine Berufsunfähigkeits- oder auch eine Krankentagegeld-Versicherung.

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